Trinkwassererwärmung

Die Trinkwassererwärmung auch Warmwasserversorgung genannt

Warmes Trinkwasser wird heute in allen Hausbereichen des täglichen Lebens benötigt.

Entscheidend für die Systemauswahl sind:

  • die gewünschten Warmwassermengen
  • die Bedarfsintervalle
  • die zur Erwärmung bereitstehende Energie
  • die Hygieneanforderungen

Vorschriften

Die Herstellung von Trinkwasserinstallationen ist nach technischen Vorschriften DIN – DVGW durchzuführen.

Die Aufstellung des Energiebedarfausweises nach EnEV ist durchzuführen.

Trinkwassererwärmung

Die Trinkwassererwärmung wird häufig mit der Gebäudeheizung kombiniert.

Für die Trinkwassererwärmung werden folgende Komponenten benötigt:

  • Trinkwasserspeicher
  • Trinkwassertemperatur muss eingehalten werden
  • Trinkwasserzirkulationsleitung vorsehen
  • Vermeidung von Auslaufverlusten
  • bei den Trinkwasserzirkulationsleitungen ist eine Wärmedämmung vorzusehen

Dimensionierung der Trink-Warmwasserbereitung

Der Trink-Warmwasserbedarf durchschnittlich pro Person liegt zwischen 30 und 50 Litern pro Tag und einer Trinkwassertemperatur von 45 Grad Celsius.

Beim Niedrigenergiehaus kann der Energiebedarf 30 bis 50 % für die Trinkwassererwärmung des gesamten Energiebedarfs ausmachen.

Beim Einfamilienhaus mit 150 qm Wohnfläche und einem 4-Personen-Haushalt liegt der Warmwasserverbrauch bei 170 Litern pro Tag.

Die Wärmemenge, 170 Liter täglich von 8 Grad Celsius Zulauftemperatur auf 45 Grad Celsius Auslauftemperatur zu erwärmen, beträgt 8 kWh(m²*a).

Bezogen auf ein Jahr und einen Quadratmeter Wohnfläche, ergibt sich ein spezifischer Wärmebedarf von 18 kWh/(m²* a).

Die zurzeit gültige EnEV gibt einen Wert von 12 kWh/(m²*a) vor.

Der Bedarf von 170 Litern Warmwasser täglich wird mit einem Wannenbad innerhalb von wenigen Minuten erreicht.

Aus Kostengründen werden für die Bevorratung heute im Einfamilienwohnhaus Speicher-Wassererwärmer eingesetzt, die einen Inhalt von 180 Liter Trinkwasser haben.

Der Heizkessel eines Einfamilien-Niedrigenergiehauses muss über eine Nenn-Wärmeleistung von mindestens 15 kW verfügen.

Art der Versorgung

Die dezentrale Warmwasserversorgung kann vor Ort mit folgenden Anlagen erfolgen:

Mit Strom

  • Warmwasserversorgung mit kleinen Elektro-Durchlauferhitzern
  • Warmwasserversorgung mit drucklosem Elektroboiler
  • Warmwasserversorgung mit  Elektro-Warmwasserspeicher für mehrere Zapfstellen

Mit Erdgas beheizt

  • Warmwasserversorgung mit Gas-Durchlauferhitzer für mehrere Zapfstellen
  • Warmwasserversorgung mit Gas-Warmwasserspeicher für mehrere Zapfstellen

Die zentrale Warmwasserversorgung kann mit folgenden Anlagen erfolgen:

Mit Strom

  • Zentrale Warmwasserversorgung mit Warmwasserboiler durch Elektro-Nachtspeicher
  • Zentrale Warmwasserversorgung mit Warmwasserboiler durch Elektro-Tagespeicher

Mit Erdgas

  • Zentrale Warmwasserversorgung mit Gas-Durchlauferhitzer
  • Zentrale Warmwasserversorgung mit Gas-Warmwasserspeicher

Mit Erdgaszentralheizung

  • Zentrale Warmwasserversorgung mit Warmwasserboiler aus der Heizungsanlage ohne Zirkulationspumpe
  • Zentrale Warmwasserversorgung mit Warmwasserboiler aus der Heizungsanlage mit Zirkulationspumpe

Mit Erdgaszentralheizungen und Solarwärme

  • Zentrale Warmwasserversorgung mit Warmwasserboiler aus der Heizungsanlage mit zusätzlichem Solarspeicher im Sommerbetrieb

Mit Solarwärme

  • Zentrale Warmwasserversorgung mit Solarwärme und Tagesspeicher
  • Zentrale Warmwasserversorgung mit Solarwärme und mit dezentralem Elektro-Warmwassergerät.

Die Legionellengefahr im Warmwasser

Durch die Temperaturschichtung im Boiler / Speicher ist der untere Bereich der Ort mit der niedrigsten Temperatur.

Zudem wird frisches Trinkwasser immer im unteren Bereich des Boiler / Speicher zugeführt.

Die Sedimentschicht im Boiler/Speicher ist somit bei rund 20 bis 30 Grad Celsius nicht nur ein günstiger Nährboden, sondern konstruktionsbedingt immer kühler als das übrige obere Speichervolumen.

Eine kontinuierliche, sichere thermische Desinfektion bereitet daher Schwierigkeiten und kann nur durch eine insgesamt hohe Speichertemperatur mit der Gefahr von Verbrühungen erreicht werden.

Die Legionellen - Problematik der Boiler / Speicher greift das DVGW Arbeitsblatt W 551 für alle Anlagen in Ein- oder Zweifamilienhäusern auf.

DIN EN 15316-3-1  Ausgabe: 2008-06
Heizungsanlagen in Gebäuden;
Verfahren zur Berechnung der Energie-Anforderungen und Nutzungsgrad der Anlage

Teil 3-1: Trinkwassererwärmung Prognose des Bedarfs

DIN EN 15316-3-2 Ausgabe: 2008-06
Teil 3-2: Trinkwassererwärmung, Verteilung; Deutsche Fassung EN 15316-3-2:2007

DIN EN 15316-3-3 Ausgabe: 2008-06
Teil 3-3: Trinkwassererwärmung, Erzeugung; Deutsche Fassung EN 15316-3-3:2007

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