Wärmerückgewinnungsanlagen

Die Zu- / Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung (WRG)

Die früheren Wohnhäuser hatten undichte Türen und Fenster.
Durch diese zog die lebensnotwendige Luft durch.
Damit war ein natürlicher Luftwechsel gegeben.

Moderne Wohnhäuser haben eine Gebäudehülle, die sehr geringe Undichtigkeiten aufweist.
Die geschlossene Gebäudehülle führt den Energieverbrauch des Wohnhauses auf ein Minimum.

In Wohnhäusern gibt es unerwünschte Gerüche, Partikel und Wasserdampf in der Luft.

Die wichtigsten sind:

  • Küche: Kochgerüche und Kochschwaden
  • Bad: Gerüche und Wasserdampf
  • WC: Gerüche
  • Hauswirtschaftsraum: Wasserdampf
  • Wohnbereich: elektronische Geräte, PVC-Gerüche und Schadstoffe aus Netzteilen
  • Arbeitsbereich: Ozon aus Laserdrucker und Feinstaub
  • Kinderzimmer: Haustiere, Terrarium und verbrauchte Luft
  • Schlafzimmer: Textilstaub und verbrauchte Luft

Durch die geschlossene Gebäudehülle des Wohnhauses wird die verbrauchte Luft nicht mehr natürlich gewechselt.

Durch die neue Energieeinsparverordnung ist der Bauherr gezwungen, eine mechanische Wohnraumlüftung nach dem Stand der Technik in das Wohnhaus einzubauen.

Die verschiedenen Wärmerückgewinnungsanlagen

Es gibt verschiedene mechanische Wohnraumlüftungsanlagen:

  • nicht zentral gesteuert als teilweise Einzelgeräte
  • zentrale mechanische Wohnraumlüftungsanlagen ohne Wärmepumpe
  • zentrale mechanische Wohnraumlüftungsanlagen mit Wärmepumpe

Die Auswahl sollten Sie mit Ihrem Energieberater klären.

Die Wärmeschutzverordnung (WSVO 95)

Die Wärmeschutzverordnung begrenzt durch ihre Vorgaben den Jahresheizwärmebedarf für Wohnhäuser im Neubau.

Die Wärmeschutzverordnung fordert eine dichte bauliche Hülle.

Die Wärmeschutzverordnung fordert Dämmmaßnahmen, um Wärmeverluste zu vermeiden.

Die Wärmeschutzverordnung und die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) werden zusammengeführt.

Diese gesamtheitliche Betrachtung der beiden Verordnungen führt zur Verminderung des Heizenergieverbrauchs.

Die Planung von Niedrigenergiebauweise wird Baustandard.

Der zulässige Jahresheizwärmebedarf durch die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) im Vergleich zur WSVO 95 wird noch einmal um ca. 30% unterschritten.
 
Dadurch sind heutige Neubauten "warm angezogen".

Der notwendige Luftwechsel zum Wohlbefinden der Bewohner muss sichergestellt werden.

Die manuelle Fensterlüftung als Frischluftzufuhr entspricht nicht mehr dem Stand der Technik.

Förderfähigkeit der Wärmerückgewinnung

Die Wärmerückgewinnung mit einer Lüftungsanlage gehört zu den anerkannten förderfähigen Maßnahmen.

Vorteil der Wärmerückgewinnung

Durch die Wärmerückgewinnungszentrale wird saubere, vorgewärmte Luft ohne Zugerscheinungen den Wohnräumen zugeführt.

Durch die Wärmerückgewinnungszentrale wird die verbrauchte und teilweise belastete Luft mit CO2, PVC - Ausdünstungen aus Teppichen und Möbeln abgeführt.

Die Wärmerückgewinnungszentrale kann mit einem Pollenfilter ausgerüstet werden.
Dadurch werden die Allergiker wesentlich gesundheitlich entlastet.

Die Wärmerückgewinnungszentrale mit einem Pollenfilter ausgerüstet, filtert an stark befahrenen Straßen den Straßenstaub aus der Zuluft.

Die Wärmerückgewinnungszentrale läuft selbst dann, wenn die Bewohner im Urlaub sind.
Damit wird automatisch der gewünschte Luftwechsel sichergestellt.

Im Urlaub vergessene, gekippte Fenster und damit Einbruchsgefahr gehören der Vergangenheit an.

Funktion einer Wärmerückgewinnung

Die Wärmerückgewinnung erfolgt folgendermaßen:

Die frische Luft wird außen am Haus zentral angesaugt.

Die zugeführte Frischluft und Abluft strömen durch einen Kreuzwärmetauscher.

Im Kreuzwärmetauscher werden 50 bis 95 Prozent des Wärmeinhalts der abgesaugten Raumluft für die Vorerwärmung der von außen zugeführten Frischluft verwendet.

Im Kreuzwärmetauscher werden Frischluft und Abluft absolut getrennt und über ein eigenes Kanalsystem in Wohn- und Schlafräume geführt.

Die Wärmerückgewinnungsanlage besteht aus:

  • einem Ventilatorzentralgerät mit Kreuzwärmetauscher
  • dem Zuluftkanalsystem zu den Wohn- und Schlafräumen
  • Überströmöffnungen in Innentüren
  • einem Abluftkanalsystem von den Ablufträumen (Küche, Bad, WC)

Planung einer Wärmerückgewinnungsanlage

Wichtig ist eine ausgereifte Planung der Wärmerückgewinnungsanlage

  • eine gezielte Auswahl der Komponenten
  • fachgerechter Einbau!
  • fachgerechte Einregulierung

Die Wärmerückgewinnung erfordert einen sorgfältigen Einbau und fachgerechte Justierung der Anlagenteile.

Auch wenn die Wärmerückgewinnungsanlage noch so perfekt geplant ist, ohne sorgfältige Einregulierung kann die effiziente Belüftung des Hauses nicht funktionieren.

Bestehen Sie auf einer Einmessung der Volumenströme nach Fertigstellung der Anlage.

Montage der Wärmerückgewinnungsanlage

Die Wärmerückgewinnungsanlage im Dachraum zu montieren ist nicht sinnvoll,
auch wenn Ihnen versichert wird, dass Sie nichts hören werden.
Das Dachgeschoss wird in der Nacht vom Außenlärm am meisten durchdrungen.

Montieren Sie die Wärmerückgewinnungsanlage im Keller.

Die Vorteile bei der Aufstellung im Keller sind:

  • geringere Gefahr der Lärmbelästigung durch Geräteschall
  • einfache Einbindung des Erdwärmetauschers
  • einfachere Kondensatabführung
  • kürzerer Weg zu Nachheizregistern
  • sowie leichter Zugang zu Wartungsarbeiten

Installieren Sie den Schalter für Volumenregelung der Lüfter im Eingangsbereich.

So können Sie die Lüftungsanlage einfach einstellen:

  • Grundlüftung - wenn Sie das Haus verlassen
  • Grundlüftung - wenn Sie in Urlaub fahren
  • Mittellüftung - wenn Sie schlafen
  • Normallüftung - wenn Sie tagsüber anwesend sind

Ausreichende Schalldämpfung und Verhinderung von Schallübertragung über Wände und Decken.

Die Anschlüsse der Wärmerückgewinnungsanlage sollten flexibel sein wie z.B. Segeltuchmanschetten.

Die Wärmerückgewinnungsanlage sollte auf Schwingungsdämpfer gestellt werden (elastische Lagerung).

Die Montage der Rohrleitungen sollte mit Schellen durchgeführt werden, die eine innenliegende Gummieinlage haben.

Zwischen den Zuluft-Räumen sollten Schalldämpfer installiert werden, um die Schallübertragung von Raum zu Raum zu verringern.

Empfehlenswert ist es, die Ansaugöffnung und die Abluftöffnungen an der gleichen Hauswand, am besten an der Südwand zu montieren.

Bei unterschiedlichen Winddruckverhältnissen (Luv- und Lee-Seite) können die Strömungsverhältnisse die Belüftung des Hauses beeinträchtigen.

Die Ansaugöffnung und die Abluftöffnung sollten daher auch nicht zu nahe liegen.

Anschluss einer Küchendunstabzugshaube

Schließen Sie die Küchendunstabzughaube nicht an die Wärmerückgewinnungsanlage an.

Mit einer Küchendunstabzugshaube fördern Sie soviel Luft, dass Ihr gesamtes Lüftungskonzept gestört wird.

Besser ist eine Küchendunstabzugshaube mit hochwertigem Fettfilter.

Wärmerückgewinnungsanlage mit Kleinstwärmepumpe

Eine Wärmerückgewinnungsanlage mit eingebauter Kleinstwärmepumpe bringt normalerweise nicht viel.

Bei den Nutzungsgraden dieser Kleinstwärmepumpe ist die Primärenergie-Einsparung praktisch zu vernachlässigen.

Um einen ökonomischen Vorteil zu erzielen muss die tatsächlich erreichte Arbeitszahl der Wärmepumpe über 4 liegen.
Diese Arbeitszahl der Wärmepumpe wird im Realbetrieb nicht erreicht.

Undichtheiten in der Gebäudehülle

Gerade bei Verwendung von einer Wärmerückgewinnungsanlage ist eine luftdichte Gebäudehülle sehr wichtig, damit die Zuluft auch wirklich durch die Wärmerückgewinnungsanlage geführt wird und nicht durch Fugen unkontrolliert entweicht.

Luftwechsel nicht zu niedrig ansetzen

Den Luftwechsel nicht zu niedrig ansetzen.
Empfehlenswert sind höhere Werte als die minimalen 30 m³/h pro Person.

Reinigungsöffnungen vorsehen

Die Küchenstränge in den Zuluftkanälen müssen leicht zu reinigen sein.

Betriebskosten

Die Wärmerückgewinnungsanlage mit Wärmepumpe verbraucht bei richtiger Bedienung sehr wenig Strom.

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